| Die ganze Wahrheit über einen Bund. Secret SOS oder: so gründe ich eine ungewönliche Band Wie hast Du die anderen Bandmitglieder kennengelernt? „In einer Stadt wie Rosenheim kennt man sich nun mal. Warum machst Du Musik? “Musik ist meine Berufung! Ich will Spaß haben und mir das gute alte Rock´n´Roll Lebensgefühl erhalten - am besten bis ich ins Grab falle. Verstehen wir uns?“ Wenn man die vier Jungs von Secret SOS getrennt voneinander über ihre Ambitionen oder ihren Hintergrund fragt, bekommt man meistens die gleichen Antworten. Meistens, jedoch nicht immer. Im nasskalten April 2006 streift Stephan alias Fedeks durch die Londoner Straßen. Ein Rosenheimer in der großen Stadt seiner Träume? Die Musik ist seine große Leidenschaft, nach der er seit Jahren sein Leben ausrichtet. Und London sollte der richtige Ort sein, um auf andere Gedanken zu kommen und sich ein Bild zu machen, was in der pulsierenden Musikmetropole zu hören und sehen ist. Fedeks (Kürzel von Federiko, einem älteren Pseudonym, das auf seine meist offensichtlichen spanischen Wurzeln anspielt) kommt wie immer abgewrackt an jenem kühlen Sonntag Morgen an einem Café vorbei mit dem Namen „Smith of Smithfields“ und in einem großen Fenster zur Straße steht die Abkürzung „SOS“. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Drinnen bestellt er sich zuerst einen „Coffee with Cream“, woraufhin die Bedienung ihre Verwunderung über die außergewöhnliche Kombination nur allzu schwer verbergen kann. Dieser Kaffee sollte Fedeks in Erinnerung bleiben, wie wir später feststellen werden. Wer kennt wen, und woher kenn ich den? Jojo (Johannes Vogt) trifft Fedeks zum ersten Mal auf einer Party. Und Party´s sind auch die Anlässe, bei denen man einen wie Jojo regelmäßig antreffen kann. Die erste Begegnung wäre jedoch um ein Haar ins Auge gegangen, denn eine heftige Auseinandersetzung bricht los, als Fedeks im Handumdrehen Jojo´s geliebten Gin Tonik zu entleeren versuchte. Nach dieser Kollision hat man aber bald einen definitiven gemeinsamen Nenner gefunden: Die Musik. Jojo´s damalige Lieblingskünstler Herbie Hancock wurde mittlerweile durch die Gruppe „Funkstörung“ abgelöst. Nach der Trennung des Duos arbeitet er mit dem einem Teil Michael Fakesch regelmäßig als Live-Schlagzeuger zusammen. Seit Anfang 2006 war Jojo mit dem bekannten Elektroact von Vilnius (Weißrussland) bis Reikjavik (Island) unterwegs, der sich u.a. mit Remixes für Björk einen Namen gemacht hat. Zu Fedeks ersten Erinnerungen an Florian Opahle zählt eines der frühen Konzerte von Florians Band „Blues Project“. Am meisten ist ihm dabei Florians Zielstrebigkeit bei den ersten Gesprächen in Erinnerung geblieben. Denn dieser wusste bereits in sehr jungen Jahren, er wird Musiker oder vielmehr „Er muss Musiker werden“. Und er sollte Recht behalten. Er arbeitet bereits seit 2001 international als Live- und Studiomusiker. Seit 2003 weltweit als Tourgitarrist für die Rockgrößen Ian Anderson (Jethro Tull) und seit 2005 für Greg Lake (Emmerson, Lake & Palmer). Mai 2006, Fedeks ruft Florian (auch mal wieder in London) an: „Hey, ich habe ein paar Songs geschrieben und sie mit Jojo ein paar Mal gespielt. Und weil ich sowieso schon immer etwas mit dir musikalisch auf die Beine stellen wollte...“ „OK, sehr gerne. Ich bin zwar wie gesagt gerade für Proben in London, nächste Woche aber wieder zurück in Deutschland. Lass uns doch zu dritt treffen und zeig mir die Songs“. Das Treffen führt die drei nach einiger Zeit bei hochgeistigen Getränken und einer längeren Debatte über die Musik im Allgemeinen und persönlichen Präferenzen im Besonderen in den Bandraum. Dieser befindet sich in einem alten Innenhof, über verrosteten Garagen direkt neben einer Reihe leerer Lagerräume eines ehemaligen Musikhandels. An den Wänden Glaswolle überdeckt von viel zu zerrissener Alufolie. Bereits nach wenigen Minuten Proben steht einem der Schweiß im Gesicht. Die Fenster lassen sich nicht öffnen, da man sonst die Band in der halben Innenstadt mit einem Richtmikrofon aufnehmen könnte. Und der kalte Rauch der Zigaretten steigt einem auch noch nach einer Woche in die Nase. Nach diesem ersten Treffen wussten die drei gleich: „Das mach viel Spaß, das ist richtig aufregend und das wird mehr als bloß ein neuer interessanter Versuch!“ Fedeks zu Florian: „Wow, du bist der bessere Gitarist“, Florian zu Fedeks: „Danke vielmals. Ich finde du hast etwas in deiner Stimme, das dich einzigartig macht. Es erinnert mich an eine eigenartige Mischung aus David Bowie und Lenny Kravitz oder...“ Aber wer sollte jetzt den noch fehlenden Bass spielen? Fedeks, Florian oder sogar Jojo? Letzterer war gleich raus, da er sich schon in früher Jugend „aufgrund seiner Bewegungslegastenie“ dem Schlagzeug verschrieben hat. Zum Glück kennt Jojo noch einen Bassisten, der regelmäßig Jazz-Sessions im Club „Le Pirat“ organisiert und spricht diesen bei selbiger Gelegenheit an. Der junge Bassist heißt Sebastian Gieck. Er ist gerade mit der Schule fertig geworden und diese Gelegenheit kommt ihm gerade recht. Wie sich herausstellt ist Sebi nicht nur ein unglaublich guter Bassist, sondern hat auch sehr ähnliche Vorlieben musikalischer und persönlicher Art. Dazu zählen auch die verschiedenen Musikrichtungen. Bereits im blutjungen Alter von 13 Jahren hatte Sebastian seine erste Punkband. Kurze Zeit später machte er sich in einer Metallband an der Gitarre zu schaffen. Solche Einflüsse sind jetzt herzlich willkommen. Und SECRET SOS komplett! Ab sofort wird gerockt, ausprobiert und zusammen gefeiert, aber nicht nur das…. ….Gleichzeitig geht es immer wieder zu den Aufnahmen des ersten Albums. Und wenn dann noch Zeit ist wieder auf ein paar Drinks oder mehr zurück in die Bars der Stadt. SECRET SOS: Sie machen Musik für alle, die gerne tanzen, feiern und auf die Ungeschliffenheit und Rauheit in ihrem sehr eigenständigen Gitarrenrocksound abfahren. Diese vier machen Musik die mitreißt, aber auch berührt und bewegt. Noch etwas zur Namensfindung dieser Combo. Fedeks erinnert sich in diesem Zusammenhang an das besagte Café in der City of London, „Smith of Smithfieldsund noch „..ein paar andere Dinge passten hier plötzlich zusammen.“ Bei einem der ersten gemeinsamen feucht-fröhlichen Abende im Rosenheimer Club RIZZ, wird der neue Bandname SECRET SOS schließlich mit reichlich Rum, Martini, Fernet oder Jojo´s geliebten Gin Tonik stilecht begossen. Um welches geheimes SOS es sich nun überhaupt handelt? Lady´s and Gentleman: the secret society of super-villains (Ein nicht allzu bekanntes englisches/amerikanisches Komikheft)? the secret society of the solar templar? (Sie wissen schon, die Sonnen-templer, Grace Kelly, jaja..)?, the secret society of stone-deaf?, the secret Smith of Smithfields? (...das Café in London) Was hinter the secret SOS letztendlich wirklich steht konnte aber vom Autor bisher leider nicht aufgeklärt werden. Sag´s du mir halt dann! |
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